Ab in den Stiefel, Teil 7: Sorrent und die Amalfi-Küste

27. September bis 2. Oktober 2024

Die Entfernung von Pompeji nach Sorrent betrug zwar nur 26 km, daher könnte man meinen, das wäre in einer halben Stunde erledigt. Aber dem war nicht so. Wir brauchten am Ende rund anderthalb Stunden dafür, weil wir uns die Enge Straße mit vielen anderen Autos, Bussen, LKWs und vor allem mit den waghalsigen Vespa-Fahrern teilen mussten. Und ich war ehrlich gesagt froh, dass ich die schöne Landschaft genießen konnte und nicht selbst fahren musste, denn oftmals waren zwischen unserem Wohnmobil und dem stehenden Verkehr nur Zentimeter. Dieter war daher auch heilfroh, als wir auf dem Campingplatz Santa Fortunata angekommen waren.

Sorrent wie auch die gesamte sorrentische Halbinsel liegen auf einem mächtigen Tuffplateau, hoch über dem Golf von Neapel. Daher gibt es hier auch kaum Strände, sondern maximal kleine Badebuchten.

Wieder einmal waren wir glücklich, dass wir unsere E-Bikes dabei hatten. Es fing schon damit an, dass der Shuttlebus des Campingplatzes nach Sorrent (circa 2 km) keine Hunde mitnimmt. Und auch der vom Campingplatz empfohlene Anbieter von Schiffstouren nach Capri und an die Amalfiküste transportiert keine Hunde.

Wir konnten uns aber nicht vorstellen, dass es keine Schiffe gibt, auf denen Hunde mit dürfen. Also kam der Hund in den Anhänger, und wir fuhren kurz entschlossen mit dem Fahrrad an den Hafen von Sorrent.

Und hier seht ihr, warum wir einmal mehr über die E-Bikes froh waren. Das war der Weg aus der Stadt zum Hafen bzw. die Sicht vom Hafen hoch auf die Stadt.

Und da wir schon mal da waren, nutzten wir die Gelegenheit zu einem Bummel durch Sorrent und zu einem gemütlichen Mittagessen.

Darüber hinaus fuhren wir am Nachmittag noch in die andere Richtung. Dort besuchten wir eine sog. Agriturismo, einen Bauernhof, wo es Olivenöl, Limoncello und diverse Marmeladen gab. Von unterwegs hatten wir einen traumhaften Blick auf Capri.

Capri

Da wir nun einen Anbieter für Schifffahrten gefunden hatten, der auch Andra mitnimmt, machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Capri. Wieder ging es zunächst mit den Rädern zum Hafen nach Sorrent.

Leider waren wir nicht die einzigen, die nach Capri wollten. Daher war das Schiff auch komplett überfüllt. Dieter hatte sich mit Andra einen Platz im Inneren gesucht und gefunden, ich selbst stand am hinteren Ende des Schiffes, in der Hoffnung, ein paar gute Fotos machen zu können, was mir allerdings kaum gelungen ist. Es war einfach zu voll.

Immerhin hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Vesuv. 

Auf Capri angekommen, nahmen wir nicht den Aufzug nach oben, sondern die Treppen und den steilen Weg. Das hatte nicht nur den Vorteil, dass wir immer wieder schöne Sichten auf die Insel und das Meer hatten, sondern auch, dass wir uns etwas abseits der Menschenmassen bewegen konnten.

Unterwegs fanden wir eine stylische Bar, wo wir ein (zu dieser Zeit nicht-alkoholisches) kühles Getränk zu uns nahmen.

Ansonsten bummelten wir ganz entspannt durch die Gassen von Capri, die insgesamt sehr elegante Geschäfte boten.

Als wir uns wieder etwas mehr aus dem Getümmel begeben hatten, fanden wir einen schönen Weg, von dem man aus immer wieder auf das Meer blicken konnte.

Auf der Rückfahrt hatten wir mit der Sitzplatzwahl etwas mehr Glück. Wir waren früh genug da und fanden daher einen Platz auf dem Oberdeck, von dem aus wir die Fahrt entlang der Küste genießen konnten.

Zurück in Sorrent gab es dann noch ein kühles Getränk, und dieses Mal mit ein wenig Alkohol.

Die Amalfitana

Die Amalfitana gilt als eine der schönsten Küstenstraßen, zumindest Europas. Und das ist sie auch, und bzw. das wäre sie auch, wenn man eine Chance hätte, anzuhalten und die Schönheit der Landschaft zu genießen.

Eigentlich sind Amalfi und Positano Orte, die man besucht haben muss, wenn man am Golf von Sorrent ist.

Es gab die Möglichkeit, erneut mit dem Boot zu fahren. Das erschien uns nach den Erfahrungen von Capri nicht wirklich erstrebenswert. Einen Roller zu mieten, kam nicht infrage, da Andra ja mit musste. Also entschlossen wir uns, für diesen einen Tag ein Auto zu mieten, und bekamen einen kleinen Fiat Punto.

Frohen Mutes starteten wir. Es ging zunächst über die Hügel von Sorrent auf die andere Seite. Hier und zu Beginn der Amalfitana waren wir noch optimistisch, dass sich keine Blechlawine die Küste entlang schieben würde. Hier fanden wir auch noch Platz auf den vielen kleinen Parkplätzen, von denen man aus eine schöne Sicht auf die Küste hat.

Als wir allerdings in die Nähe von Positano kamen, änderte sich das Bild komplett. Die Straße war zugeparkt mit Autos, obwohl eigentlich Parkverbot herrschte. Das selbe galt für die vielen Roller, die gleichsam am Straßenrand standen.

Und das ging so weiter, fast die gesamte Küste entlang, mit dem Ergebnis, dass wir auf der ganzen Strecke nur zwei Parkplätze fanden, wo wir das Auto stehen lassen und uns den Ort anschauen konnten. Und das waren dann eben nicht Amalfi oder Positano, sondern Praiano und Maiori.

Und hier kommen ein paar Bilder dieser schönen Küste.

Vom Campingplatz aus hatten wir einen schönen Blick über die Bucht auf Sorrent und den Vesuv. Ich konnte mich daran nicht satt sehen…

Alles hat ein Ende und daher ging es für uns nach fünf Tagen weiter.


Kommentare

Eine Antwort zu „Ab in den Stiefel, Teil 7: Sorrent und die Amalfi-Küste“

  1. Avatar von Helge Gunnar Weiser
    Helge Gunnar Weiser

    Tolle Tour, danke für Euren Bericht und Bilder, sehr beeindruckend. Ich glaube, wir nehmen die Strecke mal in unser „Pflichtenheft“ für den Reiseklopps auf.

    Liebe Grüße Helge

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