Ab in den Stiefel, Teil 8: Tropea und Capo Vaticano

2. bis 13. Oktober 2024

Jetzt sind wir also in Tropea, dem südlichsten Ziel unserer Reise. und was soll ich euch sagen: es ist wunderschön hier. Wir sind aber nicht auf direktem Weg hierher gefahren, das wäre für eine Etappe zu weit gewesen. Wir haben noch zwei Stopps eingelegt, über die es auch zu berichten gilt.

Paestum, 2. bis 5. Oktober

Paestum ist eine kleine Stadt, südlich von Salerno und damit auch südlich der Amalfitana, allerdings auch nur 100 km von Sorrent entfernt. Wir hatten also keine besonders große Etappe zu fahren.

Paestum zeichnet sich durch zwei Dinge aus, einen unglaublich schönen und breiten Sandstrand und drei gewaltige, gut erhaltene griechische Tempel aus dem sechsten Jahrhundert v. Chr., die zu den Überresten einer großen Stadt griechischer Gründung späterer und römischer Kolonisierung (3. Jh. v. Chr.) gehören. Neben den drei gut erhaltenen Tempeln findet man Reste des Amphitheaters sowie dicke Festungsmauern aus dem fünften Jahrhundert v. Chr. Wir standen auf dem Campingplatz dei Pini in Paestum, der direkt am Meer lag, und hatten unglaubliche 50 m Abstand zum breiten Sandstrand. Daher zog ich es auch vor, den Sandstrand zu genießen, während Dieter sich die Tempelanlage ausführlich anschaute. Allerdings sind wir noch einmal kurz an der Tempelanlage vorbeigefahren, so dass auch ich einen Blick darauf werfen konnte. 

Der Nachteil beim Reisen in dieser späten Nachsaison ist, dass in den meisten Touristenorten in aller Regel nichts mehr offen hat. So war das leider auch in Paestum, hier gab es zwar noch zwei kleine Supermärkte, die geöffnet waren, aber kein Restaurant bis auf das auf dem Campingplatz.

Daher sind wir auch hier mit dem Fahrrädern in das nächstgrößere Örtchen gefahren, nach Agripoli. Hier gab es eben auch italienisches Leben und vor allem auch größere Supermärkte. Aber auch hier war spürbar, dass kaum mehr Touristen in der Gegend sind.

Wie bereits geschrieben, lag unser Campingplatz direkt am wunderschönen Sandstrand. Daher durften neben all der Kultur auch der Strand und das Meer nicht zu kurz kommen.

Und einen schönen Sonnenuntergang gab es on Top dazu.

Cittadella del Capo, 5./6. Oktober

Wir hatten eine wunderschöne Fahrt durch den Apennin sowie an der Küste entlang hinter uns und brauchten einen Platz zum übernachten. Daher standen wir auf diesem kleinen Stellplatz, mitten im nirgendwo, wir nur für eine Nacht. Bereits die Fahrt an der Küste entlang, hatte uns gezeigt, dass die Touristenanlagen weitesgehend geschlossen sind und die Orte verlassen wirken.  Das galt auch für das kleine Städtchen Cittadelle del Capo, dass wir auf der Suche nach einem Supermarkt kurz mit dem Rad erkundeten. Aber der Stellplatz war schön.  Wir standen quasi alleine auf einer grünen Wiese. Der Besitzer hatte einen süßen kleinen Hund, mit dem Andra sich kleine Wettrennen liefern konnte, da der Platz komplett eingezäunt war. 

Tropea, 6. bis 9. Oktober

Dachten wir am Anfang noch, wir blieben nur, ganz kurz in Tropea, so haben wir uns schnell umentschieden, zum einen weil wir die Schifffahrt zum Stromboli mitmachen wollten, zum anderen, weil es eben schön ist, eine Stadt zu haben, wo man abends bummeln und auch essen gehen kann. Tropea war zwar nicht so voll wie die Cinque Terre, wie Sorrent oder wie Capri, aber man merkt sofort, dass Tropea ein Touristenmagnet ist. Wie so viele Orte hier an der Küste, drohnt Tropea hoch auf einem Felsen.

Unterhalb des Felsen sind Campingplätze, Stellplätze sowie die schönen Strände und das azurblaue Meer. Die in Italien üblichen Bagnos, d.h., Strandbäder, dürfen natürlich nicht fehlen. Hier kosten die Liegen (inklusive Sonnenschirm und Parkplatz) in der Hauptsaison 60 € pro Tag!

Tropea ist eine hübsche, kleine Stadt mit den üblichen kleinen Gassen und Sträßchen, mit Geschäften, z. T. touristischer Natur, aber auch ganz mit ganz normalen Geschäften sowie mit Bars und Restaurants.

Tropea gegenüber liegt eine kleine, niedliche Kirche auf einem Felsen, von wo man eine herrliche Sicht auf Tropea, auf die Bucht und auf das Meer hat.

Stromboli

Der Stromboli ist der aktivste Vulkan Europas und gleichzeitig mit nur 14.000 Jahren auch der jüngste. Er ist von diesem Teil der Küste Kalabriens meistens mehr oder weniger gut zu sehen. Und er gehört zur Gruppe der äolischen oder liparischen Inseln, insgesamt sieben an der Zahl. Diese unterstehen formal der Stadt Messina auf Sizilien.

Ein Bekannter hatte uns erzählt, dass er es bedauert, nicht mit dem Boot zum Stromboli gefahren zu sein, als er Tropea besucht hatte. Diesen Fehler wollten wir nicht begehen und haben uns daher bei unserem ersten Gang durch Tropea direkt nach einem Schiffsanbieter umgesehen. Natürlich sind wir fündig geworden und so ging es am Tag darauf auch schon los.

Der Stromboli liegt rund 85 km vor der Küste Kalabriens, anderthalb Stunden brauchte das Schiff für die Distanz. Immerhin war es nicht so überfüllt wie das Boot, dass uns auf Capri brachte.

Je näher wir dem Stromboli kamen, je deutlicher war zu sehen, dass er qualmte. Später konnte man das auch riechen.

Auf der Insel selbst gibt es zwei kleine Dörfchen, die man beide nur auf dem Seeweg erreichen kann. Das Schiff brachte uns nach San Vincenzo, eines der beiden Dörfer. Hier hatten wir Zeit, uns das Dorf und den schwarzen Strand anzuschauen und auch noch eine Kleinigkeit zu essen. Bis zum Krater darf man ohnehin nicht gehen, maximal bis zu einer Höhe von 270 m. Insgesamt ist der Stromboli knapp 1000 m hoch.

Drei Stunden später starteten wir mit dem Schiff unsere Rückfahrt, die uns zunächst um die Insel herum zur sog. Straße des Feuers führte. Als der Stromboli im Juli dieses Jahres das letzte Mal ausgebrochen ist, hat er in 680 m Höhe einen neuen Krater gerissen und die Lava ist auf dieser Straße des Feuers ins Meer gelaufen. Und genau aus diesem Krater heraus raucht und spuckt er auch jetzt noch immer wieder Feuer.

Nun ist eine Handykamera nicht unbedingt das geeignete Instrument, um dieses Naturschauspiel zu fotografieren. Aber in dem Bildausschnitt sieht man die Feuerstelle ziemlich deutlich. 

Geflasht vom Besuch eines noch aktiven Vulkans und dem Erlebten kamen wir spät abends wieder in Tropea an.

Capo Vaticano, 9. – 13. Oktober

Das war die bisher kürzeste Route unserer Reise. Es ging 11 km weiter nach Capo Vaticano. Da Dieter um die Mittagszeit herum noch eine Videokonferenz hatte, machten wir uns erst am Nachmittag auf dem Weg, aber das war für die kurze Strecke kein Problem.

Wir steuerten den Camping Villagio La Scoliera an. Diesen hatte ich auf Facebook gefunden, sein großer Vorzug: viele Stellplätze in der ersten Reihe. Was gibt es Schöneres, als aufs Meer zu schauen und dem Rauschen der Wellen zuzuhören? Ich glaube, so nah am Wasser standen wir noch nie. Das Wasser war maximal 10 m von uns entfernt.

Hier machten wir ein paar Tage Strandurlaub und genossen die Zeit. Dieter hatte ohnehin mehrere dienstliche Termine, die Wäsche musste auch wieder einmal gemacht werden, der Rest des Tages wurde gefaulenzt.

Zumindest einmal verließen wir den Campingplatz und fuhren mit den Fahrrädern zum eigentlichen Capo Vaticano. Hier hat man eine Wahnsinnssicht auf die schöne kalabrische Küste. Eigentlich kann man auch die liparischen Inseln und Sizilien sehen, aber dazu war es zu dunstig, immerhin ein gutes Zeichen für weiterhin schönes Wetter. Denn das haben wir: 24-25°, manchmal auch mehr, und immer ein angenehmes Lüftchen.

Und weil es hier so schön war, erlebten wir am letzten Abend noch einen traumhaften Sonnenuntergang an den äolischen Inseln, fragt nicht, welche es ist.


Kommentare

2 Antworten zu „Ab in den Stiefel, Teil 8: Tropea und Capo Vaticano“

  1. […] falls ihr wissen wollt, wo es von Tropea aus hin ging, müsst ihr noch einmal in den letzten Blogeintrag […]

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  2. Avatar von Gerald Fürst
    Gerald Fürst

    Hallo Ilona und Dieter, wunderschön eure Tour zu beobachten, für uns sehr spannend da wir auch in geraumer Zeit vorhaben nach Tropea mit unserem wowa zu Reisen. Schön das wir euch in Sorrento Santa Fortuna getroffen haben danke nochmal für den schönen Abend mit euch lg Anita u Gerald viel Spaß noch auf eurer Tour

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