Tour de France goes Espana: Barcelona

Nachdem wir uns an der Costa Brava ausgeruht hatten, ging es endlich weiter, zum südlichsten Punkt unserer Reise, nach Barcelona.

Mataró, 9. bis 16. Oktober

Nach diversen Recherchen haben wir uns für den Campingplatz Barcelona in Mataró entschieden, wir wurden nicht enttäuscht. Wieder einmal ein toller Platz mit sehr sauberen Sanitäranlagen und einem richtig großen Pool, den wir gleich nach unserer Ankunft getestet haben.

Tag eins:

Der Platz bietet einen Shuttlebus direkt ins Zentrum von Barcelona für nur neun Euro hin und zurück an, was extrem komfortabel und gleichzeitig günstig ist. In einer guten halben Stunde waren wir im Zentrum. Auf der „Stadtautobahn“ gibt es hier eine extra Spur für Busse und Taxis, was die Fahrt sehr beschleunigt hat. Dann waren wir erst einmal erschlagen!

Erschlagen von den vielen Menschen, die uns entgegenkamen, die an den Ampeln standen und die auf der Rambla, der Flaniermeile Barcelonas, unterwegs waren. Also stürzten wir uns auch in die Menschenmassen …

… und ließen uns treiben. Hier stießen wir mehr oder weniger zufällig auf die Markthalle, wie geil war die denn… Trotz Andra sind wir reingegangen! Leider hatten wir noch keinen Hunger.

Weiterging es durch die Altstadt, dem Barrí Gotic.

Auf unserem Rundgang kamen wir auch an der Kathedrale von Barcelona vorbei. Bei 16 Euro Eintritt pro Person verzichteten wir auf eine Besichtigung.

Erschöpft, aber mit vielen neuen Eindrücken kamen wir zurück. Schnell noch den Bus gebucht, damit es am nächsten Tag weiter gehen konnte.

Tag 2:

Der zweite Tag stand ganz unter dem Eindruck von Antoni Gaudí und seinen berühmten Bauwerken, wie zum Beispiel der Sagrada Famìlia.

Antoni Gaudí war einer der berühmtesten, wenn nicht sogar der berühmteste Architekt Barcelonas, geboren 1852, gestorben 1926. Sein Architekturstil ist bekannt als Modernisme, eine Form des katalanischen Jugendstils, die sich durch geschwungene Formen verbunden mit klassischen Details auszeichnet. Hinzu kommt seine Vorliebe für bunte Materialien wie Mosaike, für die er Keramikfliesen, Glas oder Stein dekorativ einsetzte. Und Gaudí war mehr als ein Architekt, denn er entwarf jedes Detail eines Gebäudes selbst, von der Architektur bis zu den kleinsten Einrichtungsgegenständen, und betrachtete seine Werke somit als Gesamtkunstwerke. Und ehrlich gesagt, war Gaudí im positiven Sinn ein Verrückter, denn wer plant und baut schon eine Kirche mit 18 Türmen?

Also ging es für uns direkt zur berühmtesten Kirche der Stadt, nämlich der bereits erwähnten Sagrada Família. Wir waren zu tiefst beeindruckt! Und es ist schwer zu beschreiben, wie diese Kirche tatsächlich aussieht. Vielleicht betrachtet ihr zunächst einmal das Bild der sog. Weihnachtsfassade.

Mit dem Bau begonnen wurde 1882, vier Jahrzehnte davon war Gaudí höchst selbst dafür verantwortlich, bevor er 1926 verstorben ist. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings lediglich die Apsis, ein Turm sowie die Weihnachtsfassade, und somit nur ein Zehntel des Gesamtwerkes fertig gestellt. Seither wird an dem Gotteshaus gebaut. Dabei sind Architekten und Informatiker damit beschäftigt, die wenig erhaltenen Regieanweisungen Gaudís richtig zu entschlüsseln. Die Fertigstellung der Sagrada Família war ursprünglich für 2026 geplant, also zum 100. Todestag Gaudís. Aber auch dieser Zeitplan wird nicht einzuhalten sein, höchstwahrscheinlich wird sich die ewige Baustelle tatsächlich bis 2033 hinziehen. Sollte die Kirche fertig gebaut sein, werden 18 Türme sie krönen, der höchste davon ragt 170 m in die Höhe. Er ist damit höher als jedes andere Gebäude aber niedriger als der von Gott geschaffene Hausberg Montjüic mit einer Höhe von 173 m.

Noch zu erwähnen ist, dass die Sagrada Família ein Sühnetempel ist, was bedeutet, dass keine öffentlichen bzw. kirchlichen Gelder für die Bau- und Unterhaltungskosten verwendet werden dürfen. Finanziert wird das Ganze allein durch Sponseren und die Eintrittsgelder.

Auch hier waren diese mit über 30 € pro Person happig. Diese hätten wir gerne gezahlt, aber es gab keine Tickets mehr, erst in drei Wochen war der erste freie buchbare Termin. So mussten wir uns mit der Außenansicht der Sagrada Família begnügen.

Neben der Sagrada Família gibt es weitere berühmte Bauwerke Gaudís in Barcelona. Dazu zählt auch der Park Güell, hoch über der Stadt. Mit U-Bahn und Bus machten wir uns auf den Weg.

Der Park wurde von Antoni Gaudí in den Jahren 1900 bis 1911 angelegt und war ursprünglich als großzügige Gartensiedlung gedacht, allerdings wurden nur drei Häuser verwirklicht. Für den Rest gab es kein Geld mehr. Im Zentrum steht eine von dorischen Säulen getragene riesige Terrasse mit einem großartigen Panoramablick über Barcelona bis hin zum Meer. Auf der Terrasse befindet sich eine lang geschwungene schlangenförmige Mauerbank, verziert mit farbenprächtigen Mosaiken aus Glasscheiben und Bruchkeramik.

Am Treppenaufgang findet sich der leuchtend bunte Drache, Python. Wir waren ehrlich geflasht von dieser einzigartigen Architektur.

Darüber hinaus gab es noch mehrere Gebäude, darunter auch das Wohnhaus Gaudís, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Der Ausblick auf Barcelona war tatsächlich unglaublich.

Und hier seht ihr, die Sagrada Família noch einmal von oben (ich finde, sie sieht aus, wie ein Raumschiff, das in Barcelona gelandet ist).

Hier seht ihr in der Mitte den Turm, der noch nicht fertig ist und am Ende 170 m hoch sein soll. Davor mit dem Stern ist der zweithöchste Turm mit 130 m.

Tag 3:

Nach diesen beiden Tagen in Barcelona mussten wir uns erst einmal ausruhen. Daher verbrachten wir den Tag auf dem Campingplatz. Aber wir waren nicht untätig, denn das Wohnmobil musste mal wieder gründlich sauber gemacht und die Betten frisch bezogen werden.

Tag 4:

Ausgeruht fuhren wir wieder in die City. Und noch einmal trafen wir auf die Bauwerke Gaudís. Wir spazierten durch das Jugendstil-Viertel Barcelonas, Eixample, dessen Hauptstraße gleichzeitig auch eine mondäne Einkaufsstraße darstellt, auf der sich alle wichtigen Designer und Flagshipstores befinden.

Und auch hier trafen wir auf zwei Bauwerke von Gaudí, nämlich die Casa Battló …

… und die Casa Milà.

Danach ging es mit der U-Bahn Richtung Meer, in das alte Fischerviertel Barceloneta. Welch ein Unterschied zum trubeligen Passeig Gràcia, wo wir herkamen. Denn hier waren weitaus weniger Touristen unterwegs.

Auch hier finden sich schöne Jugendstilfassaden in den so typischen engen Straßen, die nur ganz selten Parkplätze haben.

Nach einer kleinen Stärkung mit Tapas und Rosé ging es auf die Strandpromenade. Dazu muss man wissen, dass Barcelona im Vorfeld der Olympischen Spiele 1992 kräftig in seine Infrastruktur investiert hat. Im Zuge dessen wurde dieses alte Viertel saniert und die Promenade (immerhin 4,5 km lang) neu gestaltet.

Und wieder war ein schöner Tag in Barcelona zu Ende.

Tag 4:

An unserem dritten Tag in Barcelona sollte es einmal ins Museum gehen. Wir hatten uns für ein kleineres Haus entschieden, das sich Joan Miró verschrieben hat. Die Anreise in der Stadt entpuppte sich wieder einmal als schwierig, denn Hunde dürfen in Barcelona nicht im Bus mitfahren. Da wir das von unserem Ausflug in den Park Güell bereits wussten, wollten wir von der U-Bahn-Station für die letzten Kilometer ein Taxi nehmen. Aber auch die Taxifahrer lehnten ab, bis auf einen – zum Glück.

Dieter und ich gingen nacheinander in die Ausstellung, denn natürlich darf der Hund nicht mit. Aber sie durfte auch nicht mit ins Restaurant, wo Dieter auf mich warten wollte. Wieder zum Glück gab es ein paar Meter daneben einen einfachen Imbiss im Park.

Dieter ging also ins Museum, und ich machte mit Andra einen Spaziergang. Denn das Museum lag auf halber Höhe des Montjüic, des Hausbergs von Barcelona. Da wollte ich hinauf. Gesagt, getan… Am Ende waren es fast fünf Kilometer, da ich unterwegs umdrehen musste, weil der Weg von Google Maps plötzlich gesperrt war. Schön war es trotzdem, obwohl ich oben dann zu wenig Zeit hatte. Einen schönen Blick auf den Hafen, in dem zwei Kreuzfahrtschiffe lagen, und auf das Kastell hatte ich dennoch.

Danach ging es für mich ins Museum. Dieses nette Männchen grüßte am Eingang.

Die Ausstellung hat uns beiden gut gefallen, hier ein paar Impressionen.

Danach schlenderten wir den Berg runter bis zur nächsten U-Bahn. Von dort ging es noch einmal zur Sagrada Família, bevor wir zum Campingplatz zurück fuhren.

Tag 5:

An unserem letzten Tag ließen wir es ruhiger angehen. Zuerst ging es wieder zur Sagrada Família, aus dem einfachen Grund, hatten wir doch am Tag zuvor ein Poster, was ich im Museum gekauft hatte, liegen gelassen. Leider war es nicht mehr da.

Danach schauten wir uns ein weiteres nettes Viertel an, ein ehemaliges Örtchen namens Gràcia, es war wieder schön.

Hier trafen wir auf unser letztes Haus von Gaudí.

Danach fuhren mit der Metro wieder Richtung Monjüic, dort wollten wir unseren Barcelona-Tripp bei Tapas in der Carrer de Blaie ausklingen lassen. Diesen Tipp hatte uns ein Kollege von Dieter gegeben. Denn in dieser Straße reiht sich eine Tapas-Bar an die andere, hinzu kommt, dass sie etwas abseits der touristischen Pfade liegt. Es war ein toller Tipp. Denn neben klassischen Tapas gab es wunderbare Pinchos. Das sind kleine Köstlichkeiten, die auf einer Baguettescheibe thronen. Bei dem einen oder anderen Sangria genossen wir unseren letzten Tag in dieser wunderbaren Stadt.

Am nächsten Tag war es dann auch Zeit weiter zu fahren.


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