Andalusien 2026: auf dem Weg – Valencia

Unser Weg ging weiter gen Süden, und natürlich wollten wir auch Valencia, immerhin die drittgrößte Stadt Spaniens besuchen.

Valencia, 26. September bis 1. Oktober 2026

Valencia steht in der öffentlichen Wahrnehmung hinter Barcelona deutlich zurück. Bekannter geworden ist es tatsächlich durch die verheerenden Überschwemmungen 2024, obwohl diese tatsächlich nicht in Valencia, sondern deutlich außerhalb stattgefunden. Das haben uns die Einheimischen erzählt, in Form von Dieters Kollege und dessen Frau.

Aber Valencia ist eine charmante und lebenslustige Mittelmeermetropole, in der sich schon die Römer und die Mauren wohl fühlten.

Bereits 1957 gab es verheerende Überschwemmungen durch den über die Ufer getretenen Fluss Tùria. Das hat die Stadtverwaltung damals zum Anlass genommen, den Fluss in den Süden umzuleiten und größtenteils unter der Erde zu führen. Das so trocken gelegte Flussbett wurde zur Parkanlage umgestaltet und hat einen breiten grünen Streifen um die City gelegt. Das las sich schon mal vielversprechend.

Wir haben uns für den Camping Valencia El Saler entschieden, der circa 11 km außerhalb der Stadt liegt, dafür aber fast direkt am Meer mit einem breiten und sehenswerten Sandstrand. Der Platz selbst ist etwas in die Jahre gekommen, aber die Sanitärhäuser wurden zumindest im Inneren komplett modernisiert und waren stets sauber. Auch hier profitierten wir von ACSI und bezahlten nur 17 € pro Nacht.

Nachdem wir angekommen waren und und uns installiert hatten. fuhren wir gleich am Spätnachmittag los.

Wir waren positiv überrascht, dass wir nach rund 1,5 km auf einen gut ausgebauten Fahrradweg stießen, der zunächst am Meer entlang, dann über eine eigene Brücke über den Fluss Tùria führte und uns später durch den bereits erwähnten Grünstreifen in die Altstadt geleitete. Hier herrschte eine trubelige Enge aus Einheimischen und Touristen.

Mittelpunkt der Stadt, was auch unser Ziel war, ist die Kathedrale von Valencia. Natürlich wollten wir sie besichtigen, aber es war Gottesdienst, so dass wir nur den hinteren Teil der Kathedrale betreten durften. Daher gibt es nur wenige Fotos.

Gerade als wir beschlossen hatten, durch die Altstadtgassen zu bummeln und uns ein wenig umzuschauen, fiel mir ein, dass ich den Schlüssel für das Tor zum Campingplatz, der nachts verschlossen wurde, im Wohnmobil vergessen hatte. Da die Rezeption um 20:00 Uhr (zumindest laut Webseite) schließen sollte, waren wir nicht sicher, ob das auch für das Tor zum Campingplatz galt. Also haben wir uns auf die Räder geschmissen und sind im Eiltempo, die nunmehr 13 km von der Stadtmitte zurück zum Campingplatz gerast. Dort war natürlich noch alles offen. Da wir nun auch nicht mehr kochen wollten, haben wir im benachbarten El Saler lecker gegessen.

Besonders angetan hatte es uns die „Ciutat de Les Arts i Les Ciències“, die Stadt der Künste und der Wissenschaften. Diese zwischen 1998 und 2009 gebauten und eingeweihten Gebäude sind von monumentaler Schönheit. Sie wären im heutigen Deutschland nicht vorstellbar, maximal die Elbphilharmonie in Hamburg zählt in diese Kategorie. Zu dem Gebäudeensemble zählen das Konzert- und Opernhaus, das einem riesigen Auge gleichende Hemisfèric (Imaxkino), die von Grün durchsetzte Vorhalle des Multifunktionsgebäudes, die Event- und Kunsthalle Ágora, das Wissenschaftsmuseum und das Aquarium Ozeanogràfic. Architektonische Beigabe ist eine Brücke aus Stahl und Beton, deren Pfeiler 123 m hoch aufragt, verbunden mit 29 Stahlseilen, die in Harfenform angeordnet sind. (Die Bilder sind entsprechend angeordnet). Wir konnten uns kaum satt sehen.

Wir nahmen immer den selben Weg in die Stadt, vorbei an diesen prachtvollen Bauten, denn hier fing der grüne Gürtel (Jardines del Túria) an. Das trocken gelegte Flussbett gab den Weg frei für die Anlage von weitläufigen Gärten und Parks. Neben Palmen, Orangenbäumen und Wasserspielen findet man auch Fußballplätze sowie Cafés oder Restaurants. Insgesamt ist dieser grüne Gürtel 7,5 Kilometer lang und geschätzte 300 bis 400 m breit.

Das Ozeaneum ist nach eigener Aussage das größte Europas, spektakulär daran ist tatsächlich der Unterwasser-Glastunnel der „Ozeane“, so dass Haie und Rochen über dem eigenen Kopf schwimmen. Die Bassins sind größtenteils unter der Erde, was angesichts der äußeren Temperaturen auch Sinn macht. Hier ein paar Fotos:

Bis hierhin war alles in Ordnung und wir haben die schöne Stadt sehr genossen. Daher hier noch ein paar Bilder:

Dann geschahen zwei Dinge nahezu zeitgleich, aber unabhängig voneinander, die uns etwas aus dem Konzept brachten: zum einen bin ich mal wieder gestolpert und hatte ein kleines Loch im Kopf und zum anderen wurde mein Fahrrad geklaut. Ich bin ja der Meinung, dass das geklaute Fahrrad das deutlich schlimmere Erlebnis ist.

Aber zunächst verbrachten wir den Abend mit Dieters Kollege und Frau im Krankenhaus, weil das kleine Loch dann doch genäht werden musste, und den nächsten Vormittag fast durchgängig bei der Polizei. Der Witz an der Geschichte ist, dass mein Fahrrad ja einen Tracker hat, der uns anzeigte, wo es womöglich steht, die Polizei aber ohne richterlichen Beschluss nicht in das Gebäude durfte und überhaupt keine Lust hatte, sich darum zu kümmern. Auch ein Gespräch mit der Versicherung, ob sie denn über eigene Anwälte einen Beschluss erwirken könnte, führte nicht weiter, auch hier wurde nur abgewunken.

Nun haben wir uns in einem Fahrradladen ein gebrauchtes E-Bike ausgesucht, was gar nicht so einfach war. Dieses stand aber leider in der Filiale in Barcelona und musste erst nach Valencia gebracht werden. Das sollte am nächsten Tag geschehen. Aber nun war die Großwetterlage auf Sturm mit Starkregen ausgerichtet, so dass A der LKW nicht fuhr, und B wir beschlossen, das Gebiet zu verlassen. Absaufen wollten wir nicht.

Wir sind daher erst einmal circa 130 km südlich gefahren, in einem Ort namens Altea und warteten ab.

Altea, 1. bis 3. Oktober 2026

Hier sind wir auf dem Camping Cap Blanch, einer großen Anlage, direkt am Strand. Das ist aber auch schon alles, denn hier steht alles dicht an dicht, und der Platz ist fest in holländischer Hand. Ich habe mich richtig erschrocken, als der Mann am Schalter neben mir auf die Frage, wie lange er bleibe, mit „bis März“ antwortete. Was macht man hier so lange? Zumal der Strand auch nicht der Hit ist, weil er extrem steinig ist.

Wie es weitergeht, werden wir morgen erfahren!


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