Leider konnten wir den Regen ja nicht ganz auf dem schönen Camping Bella Vista aussitzen, weil der Platz bereits wieder gebucht war – nur ein Tag länger hatte uns die Rezeption zugestanden. So ging es dann bereits nach drei Tagen wieder weiter.
Gibraltar, 19. Oktober 2026
Wir hatten schon mal einen guten Parkplatz gefunden, quasi direkt nebenan und freuten uns auf die Besichtigung dieses gigantischen Felsens, trotz wolkenverhangenem Himmel.
Die Faszination von Gibraltar – das seit 1713 zu Großbritannien gehört – dürfte in dem von Affen bewohnten Felsen auf der einen und der Main Street, die tatsächlich very British ist und auf der man zollfrei einkaufen kann, liegen. Daneben ist Gibraltar aber auch eng, zugebaut, mit vielen Hochhäusern – und eigentlich nicht wirklich schön.
So jedenfalls die Meinung meines Mannes: eng, voll, laut, viel Verkehr, stinkend…. brauche ich nicht wieder. Und ja, es war eng, laut und voll mit Verkehr, aber es war auch auf eine Weise faszinierend, wie sich diese britische Enklave hier entwickelt hat.
Da Gibraltar seit diesem Sommer wieder zum Schengen-Raum gehört, nachdem Großbritannien ja aus der EU ausgetreten war, gibt es keine Grenzkontrollen mehr. Man rollt mit dem Fahrrad bequem über das riesige Flugfeld, die Start- und Landebahn, völlig einzigartig auf der Welt.



Wir hatten uns eine Route überlegt und wollten auf der Ostseite der Insel zum sog. Europa-Punkt fahren. Nach dem hübschen Fischerörtchen Catalan Bay war allerdings die Route gesperrt.



Daher mussten wir umkehren und uns irgendwie durch die vollen Straßen auf der Westseite quälen mussten. Hinzu kam, dass Dieter auf seinem Handy ganz schlechten Empfang hatte und Google keine Fahrradroute anzeigte. Aber irgendwie haben wir es dann doch geschafft…
Unterwegs konnten wir noch ein paar Fotos von der Bucht (auf der gegenüberliegenden Seite sieht man Algéciras) sowie von dem „berühmten“ Europa-Wasserfall machen.




Wir saßen gerade rechtzeitig im Café, bevor es zu regnen und gewittern anfing. Der Europa-Punkt markiert – nach Auffassung Gibraltars – den südlichsten Punkt Europas, der am dichtesten zu Afrika liegt.
Trotz der Wolken konnten wir Marokkos Küste erkennen. Allerdings ist diese Aussage Gibraltars glatt gelogen, wie ein Blick auf die Karte zeigt. Denn der südlichste Punkt Europas ist an der Stelle Tarifa, was wir danach besuchten, dazu später.




Hier, am Europa-Punkt liegt auch das Stadion, in dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewonnen hat. Wenn der Ball zu hoch über das Tor fliegt, landet er direkt im Mittelmeer.


Nachdem es etwas aufgehört hatte zu regnen, quälten wir uns wieder zurück – und in der Tat standen auch wir mit den Autos im Stau. Es ging vor allem steil bergauf und wieder bergab, so dass ich leider kaum Fotos machen konnte von dem, was mich an Gibraltar fasziniert.
In der Main Street bummelten wir noch ein wenig – und zwei Fläschchen Whisky gingen an Bord.



Noch ein Wort zu den Affen: Wir haben sie nicht gesehen. Denn sie leben tatsächlich oben auf dem Felsen. Dorthin gelangt man entweder mit der Seilbahn, die nicht fuhr und die uns wg. Hund auch nicht mitgenommen hätte, oder zu Fuß. Da der Felsen aber über 400 m hoch ist, ließen wir das lieber sein. Hinzu kommt, dass man mit Hund durchaus vor den Affen gewarnt wird, da diese auch aggressiv sein können. Zeit hatten wir auch keine mehr.
So ging es zurück zum WoMo, wo Dieter eigentlich eine Videokonferenz gehabt hätte, die aber ausfiel, so dass wir spontan beschlossen die rund 60 km nach Tarifa zu fahren, um dort zu übernachten – was auf jeden Fall die bessere Idee war, als auf dem Parkplatz stehen zu bleiben.
Tarifa, 19. bis 21. Oktober
Hier haben wir uns für den Campingplatz Torre de la Pena entschieden, was eine richtig gute Entscheidung war. Dieser Platz liegt am Ende der Sandstrände, wo sich vor allem die Kite-Surfer tummeln, und ist komplett terrassenförmig angelegt. So standen wir hoch über der Küste, an dieser Stelle könnte man auch sagen hoch über dem Atlantik, und hatten die Straße von Gibraltar sowie die afrikanische Küste stets im Blick, es war wunderschön und man konnte sich kaum sattsehen.





Strand gab es hier keinen, dafür war das kleine Restaurant unmittelbar ans Wasser gebaut.


Aber wir wollten uns natürlich auch Tarifa ansehen. Mit den Fahrrädern wären es rund 10 km auf der Landstraße gewesen, wozu wir keine Lust hatten, aber wozu gibt es Taxis… die tatsächlich auch den Hund mitnahmen.
Tarifa ist eine kleine Stadt mit einer hübschen Altstadt, die auch touristisch nicht so überlaufen ist.
Am dem langen Sandstrand gibt es wohl ein paar Campingplätze und ein paar Hotels, aber keine der Bettenburgen, wie man sie an der spanischen Mittelmeerküste zuhauf findet. Seit wir Málaga hinter uns gelassen haben, sahen wir keine Gewächshäuser, kaum Obst- bzw. Olivenplantagen und auch wenig Bettenburgen, was mich insgesamt mit Spanien wieder versöhnt hat.





Tarifa ist nicht umsonst das Mekka der Kite-Surfer, denn durch die Meerenge weht oft ein starker Wind, den auch wir zu spüren bekamen. Da macht das Baden und am Strand faulenzen auch keinen so großen Spaß.
Aber Tarifa ist der südlichste Punkt Europas, hier treffen Mittelmeer und Atlantik aufeinander.

Durch die Straße von Gibraltar fahren viele Schiffe, die wir vom Campingplatz aus durchaus beobachten konnten. Nach einem Sun-Downer direkt am Strand ging es mit dem Taxi wieder zurück – und am nächsten Tag auch schon wieder weiter.


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