Nach Cádiz verließen wir die Küste und fuhren weiter in die andalusische Hauptstadt.
23. bis 25. Oktober 2026
Sevilla ist mit fast 700.000 Einwohnern nach Madrid, Barcelona und Valencia die viertgrößte Stadt Spaniens – und das merkt man. Wir hatten hier einen witzigen Stellplatz gebucht. Der vordere Teil, durch den man durchfahren musste, bestand aus einer großen Halle, in der rund 60 Wohnmobile abgestellt waren – fast ausschließlich spanische. Dahinter gab es einen Stellplatz, zum Teil überdacht, zum Teil mit Kunstrasen, der wie ein grüner Teppich wirkte, mit einem kleinen Swimmingpool sowie mit modernen Toiletten und Duschen ausgestattet, für einen Stadtbesuch von Sevilla geradezu ideal, wenn auch die Gegend etwas unwirtlich war. Vorne führte eine sechsspurige Straße vorbei, hinten Gleise der Bahn und der Flughafen war quasi um die Ecke. Dafür gab es eine Fußgängerbrücke über die Straße, die direkt zu einem großen Carrefour-Supermarkt führte.


Da wir ja nur etwas mehr als 100 km zu bewältigen hatten, waren wir am frühen Nachmittag bereits auf dem Stellplatz, wo wir ein wenig ausruhten, bevor wir uns später Richtung Stadt aufmachten.
Und auch hier wurden wir positiv überrascht: Denn ein durchgehender Fahrradweg führte quasi vom Supermarkt gegenüber ins Zentrum. Dieser war nicht immer von der besten Qualität, er war eng, was besonders für Dieter mit dem Hänger ein Problem war, und vor allem nervten die vielen E-Scooter-Fahrer, die wie die Verrückten fuhren. Dennoch war es besser als auf der Straße zu fahren. In Spanien sind, so zumindest unsere Vermutung weder die E-Bikes noch die E-Scooter in ihrer Geschwindigkeit reguliert. Entsprechend fahren die jungen Leute. Zum Glück ist nichts passiert.
Unser erstes Ziel war die Plaza de España. Dieser Platz ist von überwältigender Schönheit und kaum zu beschreiben. Er ist ein monumentaler, halbkreisförmiger Platz und wurde 1929 im Rahmen der iberoamerikanischen Ausstellung angelegt sowie die Bauwerke errichtet. Damit wollte Spanien seine ehemaligen Kolonien „umarmen“ und beeindrucken. Ein ca. 500 m langer Kanal führt am Hauptgebäude entlang und kann mit Ruderbooten befahren werden, was viele Touristen auch tun.



Die Plaza de España war darüber hinaus Schauplatz und Drehort einiger bekannter Filme wie Star Wars, Game of Thrones oder Lawrence von Arabien.
Wir nutzten die Gelegenheit, auch den dazu gehörigen Park zu besichtigen, hier war es schön schattig und angenehm zu gehen. Aber auch der Park barg wundervolle Gebäude, wie z. B. das Kunstmuseum oder die Plaza de America, die sich allerdings gerade im Umbau befand.
Nach dem üblichen Sundowner fuhren wir wieder auf unseren Stellplatz zurück. Da die Zeit des Sonnenuntergangs deutlich hinter der in Deutschland liegt (bei 18.35 Uhr ca.) und es erst so gegen 20 Uhr wirklich dunkel wird, erreichten wir unseren Stellplatz noch rechtzeitig, denn im Dunkeln zu fahren, wollten wir nicht.



Wieder waren wir an einem Wochenende in der Stadt! Leider! Daher fuhren wir direkt nach dem Frühstück erneut los. Dieses Mal ging es zu den Las Setas, den Pilzen. Die riesige Holzkonstruktion eines deutschen Architekten ist Schattenspender, Aussichtsplattform und Markthalle in einem. Es ist schon erstaunlich, was Architekten einfällt, aber auch, was eine moderne Stadt bereit ist zu akzeptieren. Denn was nutzen die besten Ideen, wenn die Verantwortlichen der Stadt es nicht erlauben, sie zu bauen.



Von hier aus ging es zu Fuß zu der großen Kathedrale; da sie die größte gotische Kathedrale der Welt ist, wollten wir sie tatsächlich auch besichtigen und Eintritt dafür bezahlen. Aber wir hatten die Rechnung wieder einmal ohne die übrigen Touristen gemacht. Denn es gab eine lange Schlange am Eingang und Tickets erst drei Tage später wieder, ausgebucht! So blieb uns nur der Blick von außen.



Ähnliches galt auch für den Real Alcázar, den königlichen Palast. Diese alte Burg der maurischen Herrscher wurde im 14. Jahrhundert erweitert und wird noch immer von der spanischen Königsfamilie genutzt, wenn sie Sevilla besucht. Auch hier waren wir, was Tickets angeht, deutlich zu spät. Und da er in einem großen Park liegt, für den man ebenfalls die Tickets brauchte, konnten wir ihn auch nicht von außen betrachten.
Das ist ohnehin das Schicksal von Wohnmobil-Reisenden, dass es wenig zu kalkulieren ist, wann man genau an einem bestimmten Ort ist. Darüber waren wir uns mit anderen Reisenden, die wir unterwegs trafen, einig. Daher sind wir auch nicht über Granada gefahren, denn für die Alhambra, den Königspalast aus maurischer Zeit, gab es erst im November wieder Karten. Wir hätten also unsere Route komplett danach richten müssen.
Dennoch sind wir viel gelaufen, Sevilla ist eine wundervolle spanische Stadt, die uns sehr gut gefallen hat.





Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch das angesagte Viertel Triana, das auf der anderen Seite des Guadalquivir, des großen Flusses, der Sevilla durchzieht, liegt.





Neben einem ausführlichen Lunch am späten Nachmittag, gönnten wir uns noch ein Eis, bevor wir wieder mit den Fahrrädern Richtung Stellplatz aufmachten.



Und weil am nächsten Tag Sonntag war, fuhren wir direkt weiter.

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