Und wieder Frankreich: Aquitaine

Am 21. Mai ging es weiter Richtung Westen. Bordeaux war zunächst unser Ziel, bevor es an den Atlantik gehen sollte. Die Region firmiert in Frankreich als Aquitaine bzw. als Aquitanien. Dazu gehört vor allem Bordeaux als Hauptort sowie das weinreiche Hinterland und der nicht weniger weinreiche Medoc.

Bordeaux, 21. bis 25. Mai 2026

Für mich ist Bordeaux eine der schönsten Städte Frankreichs, die ihr altes Erbe mit moderner Stadtentwicklung und -gestaltung verbindet. Anlässlich der World Skills 2022 hatte ich das Vergnügen, schon einmal für knapp sechs Tage in Bordeaux sein zu dürfen. Trotz Wettbewerbs und natürlich auch trotz Arbeit, schließlich war ich nicht zum Spaß hier, hatte ich einen guten Einblick in die Stadt und in deren Architektur gewonnen. Damals war klar, dass ich irgendwann einmal wiederkommen wollte und vor allem wollte ich meinem Mann diese schöne Stadt zeigen. Nun, dieses Jahr war es endlich soweit.

Der Campingplatz Yellow! Village Lac ist trotz seiner Lage außerhalb Bordeauxs gut für eine Besichtigung zu nutzen.

Also ging es am nächsten Tag direkt los. Das neue Hafenviertel, das seit rund zehn Jahren ausgebaut und neu gestaltet wird, nachdem man den eigentlichen Hafen weiter Richtung Atlantik verlegt hatte, war unser Ziel.

In dem alten U-Boot-Bunker aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs findet seit einigen Jahren eine beeindruckende Lichtershow statt. Hier werden Kunstwerke der alten und neuen Meister auf die Betonwände projiziert.

Da Andra natürlich nicht mit hinein durfte, hat sich Dieter das so genannte Bassin de Lumiére allein angeschaut, ich war bereits 2022 drin gewesen.

Ähnlich ging es uns bei der sog. Cité de Vin, einem Museum, bei dem der Wein und der Weinanbau mit seiner Geschichte über die Jahrhunderte im Mittelpunkt steht. Hier verzichteten wir beide auf einen Besuch.

Die Markthalle Bacalan, die ebenfalls um die Ecke angesiedelt ist, wollte ebenfalls keine Hunde haben. Hier haben wir im Freien einen Tisch ergattert, so dass jeder von uns, sich aus den verschiedenen Angeboten der Food-Stände etwas holen konnte. Dieter entschied sich für Austern, ich mich für einen Rösti-Burger.

Danach radelten wir ganz entspannt an der Garonne entlang bis zum eigentlichen alten Zentrum Bordeauxs. Immer wieder hielten wir an, weil es schöne Gebäude oder auch schöne Blicke auf den Fluss gab. Ein wichtiges Ziel war meine glutenfreie Bäckerei, die ich 2022 entdeckt hatte, und wo ich mich unbedingt mit Brot eindecken wollte.

Zu guter letzt sahen wir noch den Miroir d’Eau an, das ist ein Wasserspiegel, 2006 vollendet, mit einer Größe von 3.450 m2. Nicht nur viele Einheimische und andere Touristen, sondern auch wir haben die kleine Abkühlung genossen.

Als wir auch dieses geschafft hatten, ging es auf einem gut ausgebauten Fahrradweg wieder zurück zum Campingplatz.

Fahrradfahren im Bordeaux macht viel Spaß, die Fahrradwege sind größtenteils gut ausgebaut und markiert, so dass man die Stadt sehr gut vom Fahrrad aus entdecken kann.

Pfingsten in Bordeaux bedeutete auch: Temperaturen deutlich über 30°, die eine Stadtbesichtigung erschwerten. Bereits am Vortag hatten wir daher Fahrkarten für eine Schiffstour gebucht.

Wir genossen die anderthalb stündige Fahrt im klimatisierten Bauch des Schiffes, denn an Deck war es in der prallen Sonne für uns und für Andras Pfoten einfach zu heiß.

Die Stadtkulisse war phantastisch und endlich gab es schöne Bilder von den tollen Brücken über die Garonne. Zu den Flussnamen sei angemerkt: Bordeaux liegt an der Garonne, die im Stadtgebiet von Bordeaux immerhin rund 500 m breit ist.

Hier wird das Mittelteil komplett hochgezogen, damit größere Schiffe wie z.B. Kreuzfahrer hindurchfahren können.
Über die Pont d‘Aquitaine, die immerhin 2 km lang ist, führt die Autobahn, über die wir auch gekommen sind, ganz schön hoch von oben.

Kurz hinter der Stadtgrenze fließt die Dordogne in die Garonne, und für das letzte Stück bis zum Atlantik wird aus den beiden Flüssen die Gironde.

Angesichts der Hitze ging es am Pfingstsonntag wieder mit dem Fahrrädern in die Stadt, und wir machten ein kleines Sightseeing durch die Stadt mit unseren Rädern. Dieses Mal konnte man auch durch die Fußgängerzone fahren, denn es waren weitaus weniger Menschen unterwegs, da die Geschäfte selbstverständlich geschlossen hatten.

Gegenüber dem sehr beeindruckenden Rathaus der Stadt nahmen wir einen Mittagslunch ein. Pausen mussten sein bei diesen Temperaturen.

Quasi neben dem Rathaus ist die weniger beeindruckende Kirche Saint André, hier ist allein der Glockenturm zu erwähnen, der neben der Kirche separat steht und auch besichtigt werden kann. Aufgrund der hohen Temperaturen verzichteten wir selbstverständlich.

Dann ging es weiter über die Pont de Pierre auf die andere Seite der Stadt. Diese sehr beeindruckende Brücke ließ bereits Napoleon bauen, doch er war lange tot, bevor sie fertig gestellt und eingeweiht worden ist.Sie war über lange Zeit die einzige Brücke über die Garonne.

Auch dieses Flussufer haben die Franzosen schön ausgebaut, mit guten Radwegen. Unser Ziel war La Bastide, ein aufstrebender Stadtteil auf der linken Seite der Garonne. Hier nutzten wir ein in alten Hallen entstandenes alternatives Kunst- und Kulturzentrum für eine letzte Stärkung und radelten von hier aus wieder zurück zum Campingplatz. Drei heiße, aber dennoch schöne Tage in Bordeaux waren vorbei.

Nun ging es an den Atlantik.

Montalivet, 25. – 28. Mai

Nun sind wir also am Atlantik, an der Cote d‘Argent, im wunderschönen Medoc.

Morgen geht die Berichterstattung weiter, schaut einfach wieder vorbei.


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