Noch einmal Frankreich: Route Napoléon

Es war Zeit dem Mittelmeer „Au Revoir“ zu sagen. Wir mussten uns auf den Weg nach Norden machen.

Route Napoléon, 26. bis 28. Juni 2026

Und dafür wollten wir dieses Mal mit etwas Zeit, also in drei Etappen, durch die Berge fahren. Da wir mit unserem Acht-Meter-Mobil nicht überall lang fahren können, entschieden wir uns, nach ausgiebiger Internet-Recherche, für die Route Napoléon.

Auf dieser ist Napolèon 1815 mit seinem Heer über die Alpen Richtung Paris marschiert. Nach sieben Tagen und rund 330 km erreichte er Grenoble.

Wir starteten quasi in Cannes, daher war die erste Stadt, durch die wir kamen Grasse. Eigentlich wollten wir hier eine Nacht verbringen; denn Grasse ist die Stadt für Parfüm schlechthin. Aber wieder einmal bekamen wir mit unserem Wohnmobil keinen Platz. Im Nachhinein war ich froh, denn vom Campingplatz aus ging es über mehrere Kilometer steil bergauf – und das bei immer noch 35 Grad.

Aber auch die Fahrt mit dem Wohnmobil entpuppte sich als große Herausforderung. Denn Google leitete uns mitten durch – und es war leider auch nicht zu erkennen, wie man ansonsten hätte fahren können (manchmal sind LkW-Routen extra ausgeschildert). Zu Beginn war die Straße noch bis 5,5 t freigegeben. Alles gut, dachten wir uns; im weiteren Verlauf wurde es enger – und plötzlich hieß es: nur noch 3,5 t. Da hätten wir auf keinen Fall fahren dürfen. Mangels Alternative wagten wir es. Dann plötzlich: eine einspurige Baustelle – ohne Ampelregelung. Am Ende der Baustelle wartete ein LkW, der da eigentlich auch nicht hätte fahren dürfen. Der setzte zurück und dann ging es Schritt für Schritt aneinander vorbei. Rechts war eine Mauer, an einigen Stellen passte keine Hand mehr dazwischen. Dank Dieters Fahrkünsten sind wir ohne Schrammen vorbeigefahren.

Danach der nächste Schreck: Oh – Polizei überholt uns, allerdings „nur“ die Police Municipal, also die städtische Polizei. Am Ende der 3,5 t Strecke wartete er auf uns, hielt uns aber nicht an, sondern gestikulierte wild, ob wir keine Augen im Kopf hätten…. Nun warten wir ab, ob wir dafür einen Strafzettel bekommen.

Nach diesem Stress ging es von nun an entspannter durch eine wunderschöne Landschaft. Die wenigen Bilder können die atemberaubenden Aussichten nicht wiedergeben. Toll war es auf jeden Fall.

Unser erster Campingplatz war ungefähr nach 100 km an einem Bauernhof. Der war sehr ursprünglich. Ein winziges Sanitärgebäude mit zwei Toiletten und Duschen, beides in die Jahre gekommen, aber sauber. Elektroanschluss für acht Autos. Über Nacht standen wir dort zu viert. Wären die vielen Fliegen nicht gewesen, hätte man direkt länger stehen können.

Wir wollten an diesen Ort, weil er dem Verdon-Stausee am nächsten lag. Die Verdon-Schlucht muss insgesamt traumhaft sein, das hatte ich im Internet immer wieder gesehen, die Straßen aber zu eng für uns. Der kurze Abstecher von der Route Napoléon war kein Problem. Belohnt wurden wir mit einem schönen See und einem interessanten Bauwerk.

Weiter ging es. Gap, eine durchaus größere Stadt war nach rund 120 km unser nächstes Ziel. Die Fahrt führte uns nicht nur durch enge Kurven, sondern auch durch das malerische Tal der Durance. Auch zu dieser Fahrt gibt es nur wenige Bilder aus dem Wohnmobil heraus. Weiterhin hatten wir mit der großen Hitze zu kämpfen – und das obwohl Gap rund 900 m hoch lag, so dass wir der Stadt selbst keinen Besuch abstatteten. Es waren zwar nur drei Kilometer, aber der Rückweg wäre anstrengend gewesen.

Die letzte Etappe führte uns schlussendlich an den Lac du Bourget, einem schönen See, umgeben von Bergen. An Grenoble selbst fuhren wir vorbei. Spektakulär war die Fahrt Richtung Grenoble, als es so richtig abwärts ging: rund 700 Höhenmeter auf nur knapp sieben Kilometern und ohne viele Serpentinen. Zwölf Prozent Gefälle hatten wir bisher noch nie. Hier blieb nur zu hoffen, dass trotz Motobremse die Bremsen hielten – was sie taten.

Unser Ziel war der Lac du Bourget mit dem Campingplatz „Camping International de L’Île aus Cynges“. Dieser liegt der direkt am See – und wir haben einen Platz in dritter Reihe bekommen, so dass wir immer mal wieder auf das türkisfarbene Wasser blicken können.

Der Campingplatz ist sehr gepflegt und hat alles, was wir für eine kleine Reisepause benötigen, so z.B. einen eigenen Strand, wo auch der Hund mit ins Wasser darf.

Am Abend gab es noch ein ordentliches Gewitter, Hagel inklusive. Ein starker Wind hatte es bereits angekündigt.

Nach einem schönen Erholungstag geht es weiter Richtung Heimat.


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