Und wieder Frankreich: Côte d’Azur, Cannes

Cannes, die Welthauptstadt der Filmkunst, wollten wir uns bei einem Besuch der Côte d’Azur unbedingt anschauen.

Mandelieu-la-Napoule, 24. bis 26. Juni 2026

Wir hatten uns für unseren Besuch in Cannes den Campingplatz Les Cigales in Mandelieu-la-Napoule, der im Internet als geeignet für einen Stadtbesuch von Cannes beschrieben wurde, ausgesucht. Nach der großen Anlage, auf der wir zuvor waren, erschien uns dieser klein und gemütlich. Wir bekamen einen schönen Stellplatz mit viel Schatten – und dennoch – auch das war wichtig – freier Sicht zum Satelliten.

Nachdem wir ausgepackt hatten, machten wir uns direkt mit unseren Fahrrädern auf den acht Kilometer langen Weg nach Cannes. Es ging immer direkt am Meer entlang, die gesamte Strecke war ein einziger Strand. Im Hintergrund sahen wir die Cannes vorgelagerten Inseln, vor denen neben vielen Yachten zwei Kreuzfahrtschiffe ankerten. Zum Teil gab es einen Fahrradstreifen bzw. -weg, zum Teil mussten wir auf der Straße fahren, was ganz schön eng war. Wie so oft war kein Platz, den Verkehr anders zu organisieren. Denn auf der einen Seite war das Meer, auf der anderen die Eisenbahn. Gleichzeitig ist den Franzosen das Auto mindestens so heilig wie den Italienern und mit Abstrichen auch uns.

Cannes hat zwei Gesichter, zum einen das alte Cannes, mit seinem Hafen, den engen Gassen mit ihren vielen Restaurants und Bars sowie Burg und Kirche über der Stadt, zum anderen das mondäne Cannes, eben die Welthauptstadt der Filmkunst.

Wir wandten uns zunächst dem alten Viertel, dem Suquet zu, und schlenderten durch die alten Gassen, immer schön bergauf. Wir mussten dabei feststellen, wie überlaufen Cannes war. Das lag wohl daran, dass zeitgleich der Weltkongress der Marketing- und Kommunikationsbranche hier stattfand. Zu dieser Veranstaltung gehörte auch eine Messe, auf der u.a. sämtliche großen Plattformanbieter des Internets, wie Amazon, LinkedIn, Google etc. vertreten waren. Ich schätze, dass allein deshalb zwischen 10.000 und 20.000 Menschen als Gäste zusätzlich in der Stadt waren.

Dennoch war der Abend schön, wir fanden ein gutes Restaurant, das nicht ganz so überlaufen war und ließen den Abend bei Speis und Trank ausklingen, bevor es wieder zurück zum Campingplatz ging.

Trotz der Hitze fuhren wir am kommenden Vormittag direkt wieder nach Cannes. Dieses Mal wollten wir uns das moderne, das mondäne Cannes anschauen. Als wir am alten Hafen unsere Räder abstellten, startete dort ein kleiner Touristenzug; und da Andra mitdurfte, stiegen wir schnell ein. Hier saßen wir größtenteils schattig und bekamen einen Überblick während der Zug gemächlich an den Sehenswürdigkeiten vorbei tuckerte. Zunächst ging es am Festspielhaus vorbei, das ich für einen hässlichen Klotz halte, die „Croisette“, die drei Kilometer lange Prachtstraße entlang. Sie ist gleichzeitig die Promenade, denn auf der einen Seite reihen sich die alten großen Hotels der Belle Epoque neben modernen Gebäuden, während auf der anderen Seite ein langer Strand ist, von dem wir wegen der großen Veranstaltung allerdings wenig mitbekamen. Auch hier stellten wir fest, wie sehr der Autoverkehr die Stadt im Griff hat. Denn die Croisette ist nicht autofrei, so dass sich der ganze Verkehr immer wieder staute.

Nach unserer gut einstündigen Rundfahrt schauten wir uns das Festspielhaus und den roten Teppich von Nahem an.

Und wir fuhren auf den Rädern die Croisette noch einmal entlang, um anhalten und Fotos machen zu können.

Nach einem leckeren Mittagslunch kehrten wir am Spätnachmittag wieder auf den Campingplatz zurück und mussten uns erst einmal ausruhen. Dort blieben wir auch am Abend, denn es war einfach zu heiß, um noch einmal nach Cannes zu fahren. Die Jüngsten sind wir ja auch nicht mehr.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg gen Norden.


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